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Lokal ist das neue global: Social Media setzt verstärkt auf regionale Kommunikation

In den Anfangszeiten des Internets lag der Reiz des Mediums vor allem darin, mit wenigen Klicks die ganze Welt virtuell bereisen zu können. Web 2.0 kultivierte die internationale Kommunikation und Social Media wurde das neue Web-Phänomen. Die Pioniermentalität dieser Zeit beginnt allmählich einem rationalen Umgang mit dem Netz zu weichen und damit einhergehend treten vermehrt Aspekte aus dem unmittelbaren Umfeld der Nutzer in den Vordergrund.

Die Community Managerin Sarah Hansson beschreibt es in ihrem Artikel auf Mindjumpers treffend: „Facebook is global but social is local“. So beginnen auch globale Marken vermehrt lokale Promotion in der jeweiligen Landessprache der Zielgruppe zu betreiben und bieten darüber hinaus auf die Region zugeschnittene Inhalte an. Durchschnittlich haben Facebook-Seiten mit regionalem Content nicht nur ein doppelt so hohes Wachstum wie ihre globalen Gegenstücke, sondern auch eine 50% höhere Interaktionsrate. Ein weiterer Effekt ist die Verknüpfung von On- und Offline-Kommunikation der Nutzer. Regionale Bezüge sind weniger abstrakt und erleichtern es bereits bestehende Offline-Kontakte zur Kommunikation auf der eigenen Plattform zu motivieren.

Facebook vs Google

Während sich Facebook zwar wunderbar als lokales Marketing-Instrument durch entsprechende Inhalte einsetzen lässt, gibt es dennoch Netzwerke, deren Features einen stärkeren regionalen Bezug zulassen. Google ist hier seit vielen Jahren Vorreiter. Erst kürzlich stellten wir Ihnen in diesem Video-Tutorial „Google My Business“ vor. Das integrierte Google+ Local ist nicht weniger als das größte Branchenbuch der Welt und sollte deshalb mit aller Sorgfalt von Ihnen, oder eine durch Sie beauftragte Agentur, gepflegt werden. Wir bieten Ihnen eine solche Eintragung und Pflege bspw. an. Kontaktieren Sie uns gerne für ein persönliches Angebot. Ihre verknüpfte Google+ Seite enthält im Optimalfall alle relevanten Informationen über Angebot, Öffnungszeiten, Anfahrt und wird regelmäßig mit Neuigkeiten versorgt. So findet ein Nutzer beispielsweise alle lokalen Informationen über verschiedene Kölner IT-Unternehmen, wenn er als Suchbegriff „Datensicherheit Köln“ eingibt. Zudem kann er das jeweilige Unternehmen mit seinem Google-Account bewerten oder Beiträge auf dessen Google+ Seite kommentieren. Grundsätzlich ist es empfehlenswert eine Facebook Seite zu betreiben und zu pflegen, zumal kaum ein andere Social Media Plattform hierzulande derart populär und emotional positiv besetzt ist, rein handwerklich bietet Google jedoch die sinnvolleren Tools an. Ein gepflegter „Google My Business“ Account ist somit die Pflicht und Facebook-Interaktion die Kür.

Die Alternativen

Je nach Branche und Zielgruppe kann lokales Social Media Marketing auch abseits der beiden Big Player Sinn machen. Branchen, die stark mit visuellen Inhalten zu tun haben, sollten einen Blick auf Pinterest werfen. Hier teilen Nutzer Bilder auf ihren Pinnwänden. So können Friseure bspw. regelmäßig die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentieren und besonders gelungene Frisuren vorstellen. Nutzer können diese Bilder dann pinnen und somit erscheinen diese auf deren eigener Pinnwand. Keine wirkliche Social Media Plattform, dafür ein sehr populäres Bewertungsportal ist KennstDuEinen.de. Eintragungen auf dieser Seite werden bei Google meist sehr hoch gelistet und eine entsprechende Summe an positiven Bewertungen kann die Neukundengewinnung deutlich ankurbeln. Wenn zu Ihren Kunden Unternehmen und Selbstständige gehören, ist Xing hierzulande die Plattform Ihrer Wahl. Hier kann man Kontakte wunderbar über Themen-bezogene Gruppen knüpfen und pflegen. Wenn Sie überwiegend internationale B2B Kontakte besitzen oder aufbauen möchten, ist Linkedin zu bevorzugen.

Das Internet ist mobil geworden

Einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den Boom lokaler Themen hat das zunehmend mobile Internet. IT-Experten erwarten, dass viele Homepages bereits 2015 mehr Seitenaufrufe durch mobile Endgeräte erhalten, als von stationären Rechnern. Dadurch rücken Suchanfragen in den Mittelpunkt, die sich auf die direkte Umgebung des Nutzers beziehen. Es geht nicht länger primär darum ihn dazu zu motivieren Aktionen per Mausklick durchzuführen, sondern darum ihn auf ihr Offline-Angebot zu lenken und den direkten Kontakt herzustellen.

Die Perspektive

Es ist davon auszugehen, dass der Trend hin zur Mobilität und damit verbundenen regionalen Interessen seitens der Nutzer langlebig ist. Die Faszination des neuen in der Online-Welt weicht einer zunehmend rationalen Haltung und einer selbstverständlicheren Einbeziehung der Technologie in alltägliche Aspekte. Hatten kleine und mittelständische Unternehmen vor ein paar Jahren noch Angst, dass eCommerce Riesen wie Amazon und Ebay die Straßen leerfegen, so hat sich die Situation nun wieder deutlich entspannt. Wer seine Kunden kennt, Kanäle schafft und pflegt mit ihnen zu kommunizieren und dies auf eine authentische Art und Weise tut, muss das Internet heutzutage nicht mehr als virtuelles schwarzes Loch fürchten. Im Gegenteil leistet es mehr denn je wertvolle Dienste für lokale Unternehmen.